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Checkliste für Brunnen und Pumpen

Damit die Wasserförderung aus dem Brunnen garantiert ist sollten vor Inbetriebnahme Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. Dann ist der Brunnen bei Beginn der Fördersaison einsatzbereit.

Hier sind die 10 wichtigsten Tipps vom BPK Brunnen- und Pumpen Service für den Brunnencheck.

  1. Messung des elektrischen Wiederstandes des Motorkabels.
    Die Regelmäßige Überprüfung des Motors der Unterwasserpumpe durch Messung des Elektrischen Widerstandes ist wichtig um frühzeitig Veränderungen feststellen zu können und so einem Kurzschluss zuvor zu kommen.

  2. Messung der Förderleistung und des Absenkspiegels:
    Die Regelmäßige Überprüfung des Absenkspiegels im Pumpbetrieb gibt bei zunehmender Absenkung bei gleicher Förderleistung einen Hinweis auf eine zunehmende Brunnenalterung. Ab 10 % Leistungsrückgang sollte der Brunnen regeneriert werden um den Brunnen nicht nachhaltig zu beschädigen.

  3. Messung des Sandgehaltes:
    Eine Sandmessung gibt einen Hinweis auf fortschreitende Brunnenalterung. Die Sandförderung verstopft den Brunnen, verschleißt die Brunnenpumpe und ggf. die Steigleitung. Zusätzlich kann der Brunnen verlanden. Auch ggf. nachgeschaltete Wasserkessel und Wasserfilter werden verstopft.

  4. Überprüfung der Pumpe auf Ablagerungen:
    Wenn die Unterwasserpumpe ausgebaut ist kann anhand der Ablagerungen an der Pumpe und der Steigleitung auf den Alterungszustand des Brunnen geschlossen werden.  Stark reduzierte Einlauföffnungen der Brunnenpumpe können die Leistung der Pumpe Reduzieren und zum Totalausfall der Pumpe führen. Die Pumpe muss vor Einbau von außen und innen gereinigt werden. Der Motor muss elektrisch geprüft werden, bei zu hohen Widerstandswerten sollte der Motor getauscht werde.
  1. Inspektion des Brunnen mit Kamera auf Brunnenalterung:
    Mit einer Brunnenkamera kann der Brunnen von innen in Augenschein genommen werden. Dabei können Beschädigungen, Ablagerung, Verstopfungsgrad der Filterschlitze und die Verlandung des Brunnen erkannt werden. Wenn bei der TV Befahrung gleichzeitig gepumpt wird, kann auch ggf. erkannt werden wo eine Sandführung stattfindet.

  2. Säubern des Brunnenboden:
    Ablagerungen auf dem Brunnenboden müssen entfernt werden, vor allem wenn sie schon bis in die Filterstrecke reichen. Wenn ein Brunnen viele Ablagerungen auf dem Brunnenboden hat, kann das ein Hinweis auf zunehmende Brunnenalterung sein.

  3. Regenerierung des Brunnen durch Spülung:
    Nach 10% Leistungsverlust sollte die Regenerierung eines Brunnen begonnen werden, spätestens nach 20%, denn die Brunnenalterung nimmt erfahrungsgemäß exponentiell zu. Wenn die Brunnen ausreichend bemessen sind, können sie mit speziellen Verfahren zur Reaktivierung der Förderleistung gesteigert werden.
    Eine hydromechanische Reinigung kann folgendermaßen durchgeführt werden:
    Durch den Einsatz einer Hochdruckinnenspülung bei gleichzeitigem Abpumpen, werden die Filterschlitze im Brunnen effektiv gereinigt und Ablagerungen entfernt. Eine zusätzliche und noch effektivere Regenerierarbeit im Brunnen erfolgt mittels Hochleistungsentsandung HLE durch abschnittweises Abpumpen aus abgepackerten Bereichen bei gleichzeitigem Eintrag von Druckimpulsen. Dadurch können Materialbrücken im Kiesfilter und im Locker- und oder Festgestein aufgebrochen werden und abgefördert werden. Dieser Prozess wird durch eine kontinuierliche Sandmessung begleitet, wodurch der Regeneriererfolg sehr gut nachgewiesen werden kann. Abschließend wird der Brunnenboden ausgesaugt.
    Grundsätzlich sind mechanische Reinigungsverfahren den chemischen immer vorzuziehen, nur wenn es nicht anders geht kommt Chemie zum Einsatz!

  4. Reinigung der Steigleitung:
    Vor Einbau der Steigeleitung sollten Ablagerungen durch Reinigung der Leitung entfernt werden um den Reibungswiderstand zu reduzieren und eine zukünftige Verstopfung zu vermeiden.

  5. Leistungsmessung des Brunnens:
    Die Regelmäßige Überprüfung der Förderleistung gibt bei zunehmender Absenkung bei gleicher oder sogar abnehmender Förderleistung einen Hinweis auf eine zunehmende Brunnenalterung. Ab 10 % Leistungsrückgang sollte der Brunnen regeneriert werden um den Brunnen nicht nachhaltig zu beschädigen. Auch sollte die Ergiebigkeit des Brunnens ermittelt werden, damit die maximale Förderleistung bekannt ist.

  6. Überprüfung der Verbrauchsmengen:
    Wichtig ist die Ermittlung der benötigten Wassermenge. Sie sollte nicht größer sein als die Ergiebigkeit des Brunnen, sonst droht vorzeitige Brunnenalterung durch Überbeanspruchung. Wenn mehr Wasser benötigt wird muss ein zusätzlicher Brunnen gebohrt werden.

Hier ist noch ein nützlicher Link zum Bundesumweltamt für private Brunnenbesitzer: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/gesundes_trinkwasser_barrierefrei_mai_2013.pdf


Infos unter www.Brunnen-Dienst.de